Presse - „Theater mit sympathischem Flair“ - LEO trifft Grünauer

Daniel Grünauer

Datum:

07.07.2011


Medium:

LEO Weiden


Daniel Grünauer über das junge und schon so erfolgreiche Landestheater Oberpfalz

Seit 1. Januar 2010 hat die Oberpfalz mit dem Landestheater Oberpfalz (LTO) ihr eigenes Landestheater – zugleich das jüngste Deutschlands. Damit gibt es im Regierungsbezirk neben Regensburg ein zweites staatlich unterstütztes, professionelles Theater. Regelmäßig finden Aufführungen unterschiedlicher Genres statt – in der Burgruine Leuchtenberg, in der Stadthalle Vohenstrauß und dem Schloss Friedrichsburg sowie in der Regionalbibliothek und der Max-Reger-Halle in Weiden. Eine Bestandsaufnahme mit Daniel Grünauer, Dramaturg und Regisseur am LTO.

Das Landestheater Oberpfalz ist ja noch sehr jung – wie läuft denn der aktuelle Spielbetrieb?

Der Spielbetrieb läuft auf Hochtouren. Momentan gibt es fast täglich eine oder mehrere Vorstellungen und/oder Konzerte in Leuchtenberg und Vohenstrauß. Die Nachfrage nach Karten ist erfreulich hoch, so dass wir bereits mehrere Zusatztermine für das Kinderstück RUMPELSTILZCHEN und unsere auf Tour befindliche Szenenrevue LORIOTS GESAMMELTE WERKE nachschieben mussten. Bei der Produktion DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK waren beispielsweise alle Vorstellungen restlos ausverkauft. Ganz exklusive die Info hier: Die Erfolgsinszenierung wird deshalb im Herbst nochmal zu sehen sein.

Welche Highlights hat die aktuelle LTO-Saison zu bieten?

Viele. (Lächelt) Neben den aktuellen Inszenierungen auf Burg Leuchtenberg fällt mir da natürlich die Komödie DER GOTT DES GEMETZELS ein, zu sehen ab 16. Juli in Schloss Friedrichsburg. Außerdem steht das Gastspiel von AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS mit dem wunderbaren Kollegen Gerd Lohmeyer an, auf das ich mich schon besonders freue.

Welchen Stellenwert nimmt eigentlich das Theater in den Köpfen der Oberpfälzer ein?

Hm… (Schmunzelt) Leider können wir noch nicht in die Köpfe unserer Zuschauer schauen, aber ich denke doch, dass das LTO bei den Menschen angekommen ist. Zumindest zeigt uns das der Zuspruch, aber auch die vielen positiven Rückmeldungen. Eine Region braucht interessantes und anspruchsvolles Theater, es ist Teil der regionalen Identität.

Ist es schwierig, professionelle Schauspieler in die Oberpfalz zu engagieren?

Ich denke, dass es kein einfaches Unterfangen ist – dennoch ist es machbar. Die zahlreichen Gastspiele im vergangenen Winter in der Max-Reger-Halle mit bekannten Namen, aber auch der anstehende Besuch von Gerd Lohmeyer zeigen das. Besonders junge Kollegen und Kolleginnen kommen gerne zu uns, da es hier noch vieles überschaubarer ist. Das LTO als junges, dynamisches und kleines Theater hat das sympathische Flair eines kreativen mittelständigen Betriebes.

Sie selbst sind Dramaturg und Regisseur – was bedeutet es Ihnen, am Landestheater Oberpfalz zu arbeiten?

Für mich ist es als noch junger Theatermacher ein Glücksfall an solch einem Projekt von Beginn an mitwirken zu dürfen. Zudem ist es eine tolle Chance Theater in seiner Gesamtheit kennen zu lernen und gleichzeitig wichtige Erkenntnisse zu sammeln. Die Erfahrungen, die ich hier machen darf, gepaart mit viel kreativer Gestaltungsmöglichkeit, bedeutet mir viel – zumal ich nach Auslandsaufenthalten und Studium so auch wieder zu meinen Wurzeln zurückkehren durfte.
Das Interview führte Nobert Eimer