Presse - Begeisterung wie bei einem Johnny-Cash-Livekonzert

Daniel Grünauer

Datum:

21.10.2013


Medium:

Der Neue Tag


Modernes Theater Tirschenreuth überzeugt mit musikalischem Schauspiel im Kettelerhaus - Am Ende enthusiastischer Applaus

Von Christiane Zeigler

Tirschenreuth. Das Moderne Theater Tirschenreuth konnte sich zur Premiere von "Cash" über einen voll besetzten Saal im Kettelerhaus freuen. In dem biografischen Schauspiel über das Leben von Johnny Cash kamen nicht nur eingefleischte Fans des amerikanischen Country-Sängers auf ihre Kosten.

Darsteller in Höchstform

Unter der Regie von Daniel Grünauer liefen die Darsteller zur Höchstform auf. Julian Mühlmeier spielte den leidenschaftlichen jungen Cash, der nur für seine Musik lebt und von sich selbst überzeugt ist, mit Bravour. Beklemmend wurde die schwere Phase in Chashs Leben dargestellt, als er, festgebunden im Bett, mit Unterstützung seiner späteren Frau June Carter (Michelle Völkl) seine Tablettensucht überwindet.

Florian Winklmüller stellte den späten Johnny Cash überzeugend als legendärer "Man in Black" dar. Zur Seite stand ihm Sandra Zech als seine Frau June. Den Darstellern gelang es hervorragend, den Erfolg und die Verzweiflung des Musikers, sein bewegtes Leben und einsames Sterben mit Spannung, dramatischen und komödiantischen Elementen zu übermitteln.

Rollen bestens besetzt

Auch sämtliche Nebenrollen waren hervorragend besetzt. Herbert Kreuzer als Produzent Rick Rubin, Elisabeth Toporkow als Cashs erste Frau Vivian, Karl Jäger als Italiener und Sprecher sowie Gabi Dittmann (Mutter), Christian Seitz (Pete/Dandy), Sonja Lang (Kundin) und Stefan Malzer (Sam Philips) überzeugten das Publikum.

Das schönste Schauspiel über einen Musiker wäre allerdings nichts ohne Musik. Ihre gesanglichen Qualitäten stellten die Schauspieler mit zahlreichen bekannten Songs unter Beweis. Gabi Dittmann sang als Johnnys Mutter mit viel Gefühl "He Turned the Water into Wine". Julian Mühlmeier bekam begeisterten Beifall für Hits wie "Folsom Prison Blues", "Sixteen Tons" oder "Jackson", die er allein oder im Duett mit Michelle Völkl sang. Höhepunkt war der absolute Superhit "Ring of Fire", gesungen von Florian Winklmüller. Das Publikum sang den Refrain lautstark mit, und man kam sich fast so vor wie bei einem Johnny-Cash-Livekonzert. Zugegeben: An die abgrundtiefen Basstiefen von Johnny Cash kamen die beiden nicht heran, trotzdem war das Publikum vor Begeisterung schier aus dem Häuschen, jubelte und klatschte enthusiastisch.

Die hervorragende Live-Band Michael Rüth (Gitarre), Frederik Frank (Gitarre), Lennert Frank (Bass, Kontrabass) und Andreas Bauer (Schlagzeug) lieferte den professionellen Sound. Am Ende spendete das Publikum stehend nicht enden wollenden Beifall.

Szenenfotos von der Wiederaufnahme 2013