Presse - Nicht nur der Name passt zur Partei – Interview über Konsum und Umwelt

Daniel Grünauer

Datum:

02.09.2009


Medium:

Der Neue Tag


Der junge Grüne Daniel Grünauer über Konsum, Umwelt und das Rauchverbot in Spanien

Weiden. (wüw) Student, Regisseur und Dramaturg - Daniel Grünauer ist schwer beschäftigt. Dennoch findet er genug Zeit, sich für die Grünen zu engagieren. Warum er das macht, verrät er im Interview.

Konsum und Umwelt vertragen sich eher schlecht. Wie siehst Du diese Eigenheit des Westens?

Grünauer: Konsum ist Teil unseres Lebens und verträgt sich durchaus mit Umweltschutz. Natürlich setzt das ein bewusstes Konsumieren voraus. Der Verbraucher hat die Wahl, er besitzt Macht! Fair gehandelte Güter erlauben ethischen Konsum. Aber natürlich ist das nur eine Seite der Medaille. Bewusstes Konsumieren sollte nicht vom Geld abhängen. Deshalb ist der Staat gefordert. Produkte müssen ökologische aber auch soziale Mindeststandards erfüllen.

Wo sind Kompromisse zwischen Verbrauch und Umwelt nötig?

Grünauer: Die Ökologie hat für mich Vorrang. Die Angstmache, dass ökologisches Produzieren Arbeitsplätze gefährdet, empfinde ich als Farce. Was bringt uns Jobsicherheit, wenn ein atomares Damokles-Schwert über uns schwebt? Wir müssen verhindern, dass Konzerne auf Kosten von Mensch und Umwelt Profit machen. Nur ökologische Modernisierung bringt langfristig sichere Arbeitsplätze.

Wie viel "Zwang" ist erlaubt? Die Grünen wollen das liberale Rauchverbot in Bayern kippen und zurück zu strengen Regeln. Sollte darüber nicht der Wirt entscheiden?

Grünauer: Zwang ist falsch. Schutz ist wichtig, wie eben auch der Nichtraucherschutz. In Spanien entscheidet etwa der Wirt: Und in allen Lokalitäten wird geraucht. Soviel zur Behauptung, dass sich das Problem von alleine lösen lässt.

Was sagst du zur Grünen-Entwicklung. Gegründet von linken Pazifisten, hat die Partei einen Kriegseinsatz und Hartz IV zu verantworten.

Grünauer: Gerade das finde ich spannend. Die Grünen haben ihre Wurzeln in direktdemokratischen Bewegungen. Durch ihr Engagement wurden viele Dinge angestoßen, die heute selbstverständlich sind. Dabei sind Richtungsänderungen logisch und nötig. Dass dabei Fehler passiert sind, gestehen die Grünen ein. Harz IV muss korrigiert werden. Ich finde es einmalig, dass eine Partei zu Fehlern steht.

Was hältst Du von Linkspartei und CSU. Sind das Koalitionspartner?

Grünauer: Das Programm der Linken bietet mehr Überschneidungen als das der CSU. In wesentlichen Bereichen sehe ich große Übereinstimmungen mit der Linken, weshalb ich eine Koalition durchaus sinnvoll finde. Auch mit der CSU wäre grundsätzlich eine Kooperation möglich, allerdings befürchte ich, dass die CSU nicht auf unsere Forderungen eingehen würde.

Wie wurdest Du zum Grünen?

Grünauer: Mein Name passte farblich am besten zu den Grünen ;-). Ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Politik. Nach der Abgabe meiner Magisterarbeit wollte ich auch politische Verantwortung übernehmen. Deshalb habe ich Infomaterial der linken Parteien angefordert. Die Grünen haben mich am meisten überzeugt.

Kannst Du dir eine "politische" Zukunft vorstellen?

Grünauer: Ja, natürlich. Wie das genau aussehen könnte, werde ich Ende des Jahres, nach Beendigung meines Studiums, sehen. Längerfristig würde mich besonders auf Europaebene ein Mandat sehr reizen, da ich durch ein einjähriges Auslandsstudium in Frankreich und regelmäßige Aufenthalte in Spanien viel Freude am Kulturaustausch gewonnen habe.