KNECHT in „Der G'wissenswurm“

Daniel Grünauer

Premiere:

30.05.2003


Genre:

Volksstück von Ludwig Anzengruber


Beschreibung:

Im Mittelpunkt der meistgespielten Komödie von Anzengruber steht der Bauer Grillhofer, der plötzlich fromm und weltfeindlich geworden ist, weil ihn „vor einem halben Jahrl der Schlag g´streift hat“. Das fasst der Bauer als einen „Deuter vom lieben Gott“ auf. Da er nun glaubt, dem Tode nahe zu sein, plagt ihn der „G´wissenswurm“ wegen einer Sünde, die er vor etwa fünfundzwanzig Jahren begangen hat. Die Schwere der Schuld wird dem Grillhofer von seinem Schwager Dusterer, der auf die Erbschaft spekulierend und deshalb plötzlich um Grillhofers Seelenheil besorgt ist, immer wieder vorgehalten. Er rät ihm, allem irdischen Besitz zu entsagen, den Hof einer armen Familie zu schenken. Grillhofer ist bereit, den Vorschlag anzunehmen, denn er grämt sich sehr wegen der begangenen Sünde, die, wie sich herausstellt, darin bestand, dass er, obwohl verheiratet, mit der Magd Magdalena ein Kind zeugte.
In dieser Bauernkomödie wird auf heitere Weise der Konflikt zwischen der menschlichen Verfehlung und der strengen Forderung der katholischen Christenlehre dargestellt. Anzengruber macht dies greifbar, indem er die übertriebene Bußfertigkeit des Grillhofer Bauern der extremen Scheinheiligkeit des Dusterers gegenüberstellt. In den Kritiken wird das Stück einhellig in die Reihe der besten deutschen Lustspiele gestellt.


Spielort:

Burg Leuchtenberg


Regie:

Berthold Kellner