UA: WOLLE – oder die Liebe zum Badenweiler

Daniel Grünauer

Premiere:

12.11.2009


Genre:

Eine deutsche Kellergeschichte von Jürgen Hofmann


Beschreibung:

Wolfgang Pfeiffer, genannt „Wolle", erblickt das Licht der Welt in der Weimarer Republik, wächst als leidenschaftlicher Trommler in der Nazizeit heran, schlägt sich in der sowjetischen Besatzungszone durch, pfuscht sich durch die DDR, um schließlich mit ihr in der Bundesrepublik zu landen: ein deutsches Schicksal, das dieser Simplicius Simplicissimus des 20. Jahrhunderts im Souterrain eines Mietshauses erlebt und überlebt.
Die wechselnden Gesellschaftssysteme sind Wolles Pech. Denn eigentlich interessiert er sich kein bisschen für Politik. Ginge es nach ihm, so gehörte sein Leben der Musik jedweder couleur, Hauptsache fetzig.
Musikalischen Pluralismus aber mögen die jeweiligen Machthaber sowenig wie ideologischen. Wer nicht nach ihrer einzig gültigen Melodie tanzt, gilt als Feind des Systems – und findet Unterschlupf in Wolles Souterrain: erst der verfolgte Kommunist, dann der antikommunistische Vater, die durch russische Soldaten gefährdete Geliebte ebenso wie am Ende der vor Neonazis flüchtende Afrikaner. Das Haus spiegelt ein halbes Jahrhundert wechselhafter deutscher Geschichte, das Souterrain wird zum Schauplatz ihrer Kapitel: Vom Hakenkreuz an der Oberlichte bis zum Subkulturkeller der Sechziger Jahre.


Spielort:

Luitpoldtheater


Regie:

Matthias Winter, Daniel Grünauer


Team:

Dramaturgie: Daniel Grünauer, Bühne: Matthias Winter, Kostüme: Evi Schwab, Musik: Thomas Patterer